Karstens Warsteiner – Slang – Liste

Karstens Warsteiner – Slang – Liste

August 11 2011, 8:17 AM by Karsten Seiferlin

„Karstens Warsteiner – Slang – Liste“

In Warstein sind zahlreiche Wörter – teils abgeleitet oder übernommen aus der örtlichen Variante des Plattdeutschen – noch in Gebrauch. Zumindestens in alteingesessenen Familien wird zuhause oder in familiären Kreisen oft noch auf dieses Vokabular zurückgeriffen. Zu recht, denn viele Begriffe liessen sich sonst nur umständlich umschreiben. Mit Hilfe meiner Familie habe ich die folgende Liste aufgesetzt:

  • ächteräs
    wörtl. "mit dem Hintern hinten", meint anders herum, umständlich, ungeschickt, z.B. mit 5 Leuten eine Glühbirne eindrehen (einer hält die Birne, vier drehen den Tisch)
  • Ambacht, Ambach
    Bohei, Umstand, Aufwand
  • Arschveraster
    (Herkunft und Verbreitung zweifelhaft): 3/4 lange Jacke
  • auffe Halle gehen
    in die (Schützen)Halle gehen, zum Feiern
  • Äslämmeken
    Klinke in der Hose
  • baldowern
    (rum-)toben / wie dölmern
  • basseln
    ???
  • baseln
    sich ungeschickt und hektisch/laut bewegen
  • Beschärmede
    (weibliche) Schamgegend
  • betuppen
    mogeln, bescheißen
  • bimsen
    heftig (auf) etwas einschlagen, z.B. Nagel, Pfosten
  • blinstern
    blinzeln / versuchen, genau hinzusehen
  • blirken, blierken
    siehe jäbbeln, mit heller schriller Stimme sprechen
  • blösig, bläösig
    windig
  • Bollacks
    großer Mensch, große Kartoffel, große Pflanze
  • Bollen
    Oberschenkel
  • Böllemann
    virtueller, dunkler, böser Mann ("Wer hat Angst vor´m Böllemann?")
  • Braken
    trockene Äste/Zweige
  • braken
    schnell fahren
  • Brocken
    Kleidung (ich habe extra alte Bocken angezogen)
  • busseln, burseln
    wühlen (im Gatten am busseln)
  • Busselkatte
    Kreisel; meint auch oft unruhigen Menschen, der überall rumwühlt
  • Butter, die (gute)
    Margarine, im Gegensatz dazu "Gute Butter" = Butter
  • Butter, das
    Butterbrot
  • chatzkern
    siehe gatzkern
  • Chässeln (Gässeln)
    Unkraut, kann gekocht und gegessen werden
  • chichstern [chixtern]
    das "ch" wie in "Ich", leises, albernes Lachen
  • Chloipe (Gloipe), Kloipe
    Ritze, z.B. am Hintern
  • chremmstern
    ch wie in "Ich", husten, heftiges Räuspern
  • chrurmeln
    donnern, auch "grummeln" (hier aber mit "g" am Anfang!)
  • chuillen
    ch wie in "ach", jaulen, heulen, Geräusch beim Einatmen mit Asthma
  • chürseln, chüsseln
    mit Feuer spielen (das "ss" ist stimmhaft und zeigt nur an, dass das "ü" schnell ausgesprochen wird.!)
  • Dääz
    Kopf
  • döllmern
    toben
  • Döneken
    Plural Dönekes: Anekdötchen, tolle Geschichte
  • Döppen
    Augen
  • döppen
    etwas / jemand untertauchen; Erbsen / Bohnen (aus der Schale) pulen
  • dörroin
    durcheinander (im Kopf), verwirrt
  • Dötzken
    kleiner Mensch, kleines Kind
  • droige
    trocken im Sinne von langweilig, oder bewusst ernst trotz lustigem Zusammenhang
  • druihörig
    stur, keinen Rat annehmend
  • etterig
    kreiterig, streitsüchtig, gereizt
  • Ette
    "(d)er da", "sie/die da"
  • fentern
    hantieren
  • Fenterbüchse
    Mensch, der ständig an etwas rumhantiert/spielt
  • ferme
    heftig, feste
  • fickerig
    nervös, etwas gereizt, hektisch
  • freilen
    ineinander drehen, eindrehen
  • friemeln, friermeln
    etwas auseinander dröseln, aufknoten
  • friggen
    freien, auf Freiersfüßen sein, anbaggern
  • Fruiseküttel, Fruisekürtel
    "Frostbeule", Mensch, der schnell friert
  • für´s Krankenhaus in Drewer
    umsonst, vergeblich (z.B. Nullspiel beim Doppelkopf)
  • gatzeln, gatzkern
    heftig regnen
  • Gedöns
    unordentliche Ansammlung von Gegenständen
  • Gekröse
    Kleinzeugs, z.B. auch Bilder beim Doppelkopf
  • Gesockse
    asoziales Pack
  • Gnupp, [Chnupp]
    davon "abgnuppen", Knorpel, abgnuppen meint Knochen absuchen, dabei den Knochen mit den Zähnen bearbeitend, und laute Schmatzgeräusche abgebend
  • gruinen
    heulen / weinen
  • Hampeuter
    Witzfigur, nutzloser, seltsamer aber harmloser Zeitgenosse
  • Hambummel
    Landstreicher, Berber, Obdachloser, Bettler
  • harre
    laut
  • Hasenbutter
    ein Butterbrot (meist "Zugeklapptes"), dass als Proviant mitgenommen, aber nicht gegessen wurde, wird dann wieder zurückgebracht und den Kindern als "bei den Hasen gefundenes" Brot schmackhaft gemacht. Diese Strategie wirft ein übles Licht auf denjenigen, der sie benutzt, weil er einerseits Kinder für ziemlich dämlich hält und andererseits versucht, ihnen das einzureden, was er/sie selbst verschmäht hat.
  • häustern
    im Haus rumwühlen
  • Heiwen
    Haut (?), Pelle (jdm. auf de Heiwen hängen)
  • Henkelmann
    Warmhaltegefäß für das Mittagessen eines Arbeiters
  • Herrchotsheineken
    nervender, geistig armer aber lieber bemitleidenswerter Mensch
  • Hespen
    Beine (lange Hespen haben)
  • Heudommes
    nutzloser Mensch
  • Hewwerecht
    Besserwisser
  • hibbelig
    nervös, zappelig
  • Hoimedruiwer
    wörtl.: nach-Hause-Treiber
  • hömma!
    "Hör mal!"
  • hören, bei wen hörst Du denn, wem hörst Du denn
    Zu welcher Familie gehörst Du?
  • Hucke
    Teil des Rückens: “Der kriegt sie auf die Hucke!”
  • Hümmeken
    kleines, scharfes Messer (z.B. zum Zwiebel schälen/schneiden)
  • Ins Lümpken packen
    das Portmonee aufmachen und Geld geben, etwas ausgeben, spendieren, Geld schenken
  • jäbbeln
    mit schriller Stimme sprechen/schreien
  • jackeln
    mit etwas wackeln, z.B. mit/auf dem Stuhl
  • Jaust
    Junge (etwas lauter oder lästiger oder unerzogener Junge)
  • käbbeln
    balgen, toben, spielerisch ringen
  • Kähle
    Arzt ("naome Kähle gehn" = zum Arzt gehen)
  • kakelig
    dürftig bekleidet, insbesondere am Hals ("Tu dir ma´n Schal um, bist ja so kakelig um´n Hals")
  • Karaasche
    Garage
  • Kawenzmann
    großer Mensch, großes Ding
  • Kieweken
    Ferkel
  • klamüsern
    suchen / ?
  • klauern
    manschen, in Schlamm/Brei rühren und dabei Schmutz verteilen
  • Klinke
    L-förmiger Riss in Kleidung
  • Klogges, Klögges
    Stutenkerl, von Nikolaus
  • klünstern
    hantieren
  • Knibbeln
    mit den Fingernägeln abtrennen
  • Knüpp
    Knoten
  • Kötten
    asoziales Pack
  • kötten, sich ankötten
    streiten
  • kraosen
    krummeln, kramen
  • kreitern
    streiten (mit Worten)
  • Krömekes, Kräömekes
    Kram, Krimskrams
  • krücken
    lügen
  • krummeln, krurmeln
    kramen, kraosen
  • kruselig
    kraus, unordentlich liegende Decke o. ä.
  • kuiern
    reden, oft im Sinne von schwatzen
  • Kunte
    Hintern
  • Kusselkopp, Kurselkopp
    Purzelbaum
  • Küttel, Kürtel
    Schiss, Häufchen
  • kuwwelig
    ???
  • Lauschepper
    ein Mensch, der sich "auf Lau" durchschlägt, Schnorrer
  • Lösse
    Haare (lange Lösse haben)
  • luik
    eben, z.B. “luike Strecke”

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  1. ächteräs: auch rückwärts
    heudommes: auch Tunichtgut,
    Döneken: auch vertelleken.
    Hucke: auch Schimpfwort z. B. olle Hucke
    Hoimedruiwer: auch Kochlöffel, wurde früher benutz um Kinder oder Jugendliche
    nach Hause zu treiben wenn sie zeitlich überzogen hatten.
    Hümmeken: richtig, Kartoffelschälmesser.
    kuiern: richtig, sprechen.
    proahlen: schwatzen

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