Chica: Honda CX 500 Euro, Bj. 1982

Nach Vicky und Nicky kam Chica:

1979 brachte Honda ein bemerkenswertes Motorrad auf den Markt: die CX 500. Wegen des schrägen Designs oft verlacht und später von Werner “Brösel” als Güllepumpe verunglimpft, wies sie aber einige Besonderheiten aus, die sie zum damals vielleicht fortschrittlichsten Motorrad auf dem Markt machte:

  • Wasserkühlung
  • Kontaktlose Zündung
  • Scheibenbremsen vorn und hinten
  • geschraube Felgen aus Alu-Profilblechen
  • schlauchlose Reifen
  • Zentralfederbein (ab Modell E oder Euro oder Eurosport, ab 1982)

Meine Motorräder (in jüngerer Zeit)


1982 war ich gerade ein Jahr fertig mit der Schule. Honda schob eine modernisierte und weniger verschriben aussehende Version der CX 500 nach: die Euro. ich hab mich damals spontan in dieses Modell verliebt; hätte es gern gekauft – allerdings war mein Bruder zu jener Zeit als Motorradmechaniker in einer Yamaha-Werkstatt beschäftigt. Und wenn ich auf seine Unterstützung beim Service und bei Sonderpreisen für Ersatzteile hoffen wollte, durfte es eben keine Honda sein, sondern eine Yamaha.

Die Motorkonstruktion erinnert ein wenig an die damaligen und aktuellen Moto Guzzi Modelle: ein längs (ob quer oder längs entscheidet die Kurbelwelle) eingebauter V2. Hier bei der CX aber mit einem Zylinderwinkel von 80° und nicht, wie bei der Guzzi 90°. Das macht die Silhouette schmaler und nimmt die Zylinder etwas vor den Knien des Fahrers weg. Dazu sind Einlass- und Auslass um 22° gegen die Längsachse verdreht. So kann der Einlass statt direkt von hinten (Fahrerknie!) schräg von unter dem Tank kommen, und die Vergaser liegen komplett unter dem Tank.

Die Ventile werden über Kipphebel von einer einzigen zwischen den Zylindern liegenden Nockenwelle gesteuert.

Der Kupplungskorb trägt Ausgleichsgewichte, die engegen der Drehrichtung der Kurbelwelle rotieren und so erstaunlich wirksam verhindern, dass beim Hochdrehen das Motorrad entgegen der Drehrichtung wegkippen will. Wer schon mal BMW Boxer gefahren hat, weiss, was ich meine.

2017 war es dann soweit. Nicky wurde abgeschafft, und Chica kam ins Haus. 35’000 km gelaufen, sehr guter Zustand, eine “Euro” in rot.

Ausser einer gebrochenen Tachowelle, die für 19 CHF ersetzt wurde, hat sie nie Ärger gemacht. Einmal warm gefahren, war sie sehr angenehm zu fahren. Der Sound wandelte sich mit steigender Drehzahl von unrhythmisch-asthmatischem Röcheln über Bollern, stürmisches Brausen bis Inferno.

Im Juni 2020 hab ich Chica dann gehen lassen. Der neue Job bei Bernmobil erfordert tägliches Pendeln; meistens zwei mal pro Tag. Da ist ein Roller viel praktischer, und kann dank grossem Staufach auch zum Einkaufen nach dem Fahrdienst eingesetzt werden. Wärhend des Diensts nimmt das Staufach unter der Sitzbank Helm und Jacke auf. So kam es, dass im Juni Pia Chica ersetzte.

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