This is the German version of the tutorial.
🇬🇧 The English version can be found here.

Stell dir vor, du hast mehr als drei verschiedene Aufgaben für heute zu erledigen. Und stell dir auch vor, auch wenn es schwer fällt, dass dein Gedächtnis ungefähr so schlecht ist wie meins. Bei mehr als drei Aufgaben nimmst du vielleicht einen Stift und einen Zettel und schreibst die Aufgaben auf. Alles, was ich heute oder bald erledigen will. Und dann stellst du fest: Fenster putzen bei Regenwetter hat gar keinen Sinn. Das verschieben wir mal auf morgen. Und Entsorgen von Glas heute, an einem Feiertag, wo es streng verboten ist und die Leute gestört werden kann, das verschieben wir auch auf morgen. Das E-Mail beantworten dagegen konnte ich schon beim Frühstück erledigen. Wunderbar, jetzt kann ich es durchstreichen auf der Liste.
Was machen wir jetzt mit dem schönen Zettel, den wir uns morgens beim Frühstück angelegt haben? Wir haben durchgestrichene Aufgaben und wir haben Aufgaben, die wir auf morgen oder später verschieben müssen, und wir haben Aufgaben, die heute immer noch aktuell sind. Wir streichen also Aufgaben auf dem Zettel durch und wir versuchen, Dinge auf morgen zu verschieben, aber Moment, verschieben: Wie soll das gehen?
Ganz einfach: Wir reißen für jede Aufgabe ein kleines Stück von dem Zettel App, und wir arrangieren die abgerissenen Stücke neu. Durchgestrichene erledigte Aufgaben kommen nach links, und die anderen werden in der Reihenfolge so verschoben, wie es gerade passt. Die gleiche Zettelreisserei und Verschieberei wiederholen wir um 10 Uhr, um 11 Uhr, um 12 Uhr und um 1 Uhr. Und die Aufgaben, die wir auf morgen verschieben wollten, da finden wir die Zettel gar nicht mehr. Die sind irgendwie weg. Die hat jemand entsorgt.
Na, dann schreiben wir die Aufgaben einfach nochmal neu, die wir morgen erledigen wollten. Und zwei Stunden später schreiben wir sie noch mal neu. Und reissen noch mal Zettel ab.

Im Ernst? Ehrlich? Das kann es doch nicht sein!
Zum Glück gibt es ja Computer, und wenn man im App Store mal schaut oder bei Google Play Store, wenn ihr auf Android seid, dann werdet ihr finden, dass es Dutzende, viele Dutzende von Apps gibt, die sich um nichts anderes kümmern als um Aufgaben und Tasks. Die sind ziemlich mächtig. Zu jeder Aufgabe kann ich:
- eine Fälligkeitsdatum verwalten
- eine Person, der dabei helfen soll
- zwei oder drei Dokumente, die dazugehören
- die Priorität (es ist wichtig, nicht ganz so wichtig oder vollkommen unwichtig)
All diese Dinge kann ich erfassen, und die hilft mir dann dabei, das zu finden, was als Nächstes dran ist. Es ist doch super!
Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Fantastisch! Grossartig, oder?
Ich habe solche Apps probiert: nicht eine, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, sondern eher zwei Dutzend. Die sind alle toll, die sind alle grossartig, und dann habe ich festgestellt, ich brauche mindestens zwei Drittel meiner Zeit, um meine Aufgaben ordentlich zu verwalten und zu planen, und habe maximal ein Viertel der Zeit übrig, um wirklich was zu tun. Ganz ehrlich, die Aufgaben waren immer super geplant, super organisiert. Ich war super in Schuss, nur um mich rum gedeihte das Chaos.
Das muss doch anders gehen. Es muss doch irgendwas dazwischen geben. Da habe ich mich erinnert, wie man früher in den 1970er, 1980er-Jahren Flugzeuge im Air Traffic Control, also im Tower, verfolgt hat und ihnen Landezeiten und Landebahnen zugewiesen hat. Da hatten die Fluglotsen, Fluglotsinnen gab es damals noch nicht so viele, so kleine Leisten. Auf den Leisten standen die Flugnummern und die Kontaktkennzeichen für den Funk. Diese kleinen Leisten konnte man in Schienen einlegen und konnte dann die Reihenfolge in diesen Schienen je nach Bedarf und je nach Fortschritt im Anflug entsprechend anpassen. Die Fluglotsen hatten jeweils die aktuelle Planung vor Augen, und Änderungen waren in fünf Sekunden erledigt. Das sah dann ungefähr so aus wie auf dem folgenden Bild.

Und das alles jetzt bitte ohne Papier und ohne Leisten, sondern am besten im Smartphone. Das hat man ja immer in der Hand.
Es muss einfach sein, es muss schnell sein, es muss so niederschwellig sein, dass man es gern benutzt. Es darf auf keinen Fall abschrecken, es darf auf keinen Fall irgendwie kompliziert und abschreckend sein. Es soll mich unterstützen, nicht behindern. Es soll mir Zeit schenken und nicht wegnehmen.
Genau, das ist der Ansatz von Sock. Sock sollte erst anders heißen, aber jetzt heißt es eben Sock. Gewöhnt euch dran.
Das Prinzip ist, dass es eine einzige Liste gibt, und in der Liste gibt es vier Abschnitte:
- Erledigt: Zu dem kommen wir gleich noch.
- Vielleicht der wichtigste: Heute. Heute ist nicht unbedingt wörtlich zu nehmen, aber das heißt: Das sind die Aufgaben, die wir jetzt angehen.
- Später Das sind die Aufgaben, die wir zum Beispiel morgen oder, wenn wir mit „Heute“ fertig sind, angehen können.
- Irgendwann. Zu dem kommen wir auch noch mal. Der ist vielleicht am komplizesten.
Aufgaben, die du neu anlegst, landen in dem Eingabefeld ziemlich oberhalb der Liste automatisch in „heute“. Ihr könnt diesen Aufgaben auch noch drei Kennzeichen, die rechts in der Eingabezeile zu sehen sind, mit auf den Weg geben:
- Eine steht für wichtig.
- Eine steht für dringend.
- Eine steht: Das kann ich gar nicht alleine erledigen, da brauche ich jemanden, der mir hilft.
Die Icons könnt ihr frei zuordnen. Bei mir ist es so, dass das Rufzeichen für dringend steht, der Stern steht für wichtig und das letzte Symbol, das dort zu sehen ist, steht für: Da brauche ich Hilfe von jemandem, oder muss auf jemanden oder etwas warten. Die App macht mit diesen Informationen gar nichts. Sie ordnet weder die Liste um noch informiert sie jemanden, der euch hilft. Das müsst ihr alles selber machen. Es ist nur ein optisches Hilfsmittel, um euch zu zeigen: Guck hier genauer hin!
Wenn ich eine Aufgabe erledigt habe, dann wische ich sie mit dem Finger nach links. Sie wandert dann automatisch in den obersten Abschnitt und erscheint durchgestrichen. Hier kann ich sie einfach lassen, damit ich mich abends freuen kann, was ich alles geschafft habe. Ich kann sie auch ein weiteres Mal nach links wischen, dann ist sie weg. Für immer. Es gibt kein Undo.
Es gibt aber noch einen Grund, Aufgaben dort länger stehen zu lassen als bis nur am Abend. Das gilt insbesondere für Aufgaben wie zum Beispiel Blumen giessen oder Terrasse fegen, die man hin und wieder halbwegs regelmäßig durchführen will. Dann muss ich die nicht neu anlegen, sondern ich kann sie (ihr habt es schon erraten) durch einen Rechtswisch wieder in heute bewegen. Ich erspare mir so das Tippen, und beim Hingucken auf die Liste sehe ich: Ah ja, das sind Aufgaben, die habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Das sollte ich heute auch erledigen. Ihr werdet auch sehen, dass hinter den durchgestrichenen und erledigten Aufgaben jeweils in hellgrau etwas optisch abgesetzt erscheint, wann ihr die Aufgabe zuletzt erledigt habt. Das hilft euch vielleicht dabei, das Einplanen von Blumen gießen nicht zu spät und nicht zu früh wieder auf heute zu stellen.
Der Abschnitt „Später“ sammelt einfach Aufgaben, die ich heute noch nicht unbedingt erledigen muss, die ich dann aber schon relativ bald mal angehen will. Von heute kann ich die Aufgaben in „Später“ bewegen, indem ich sie nach rechts wische. Umgekehrt kann ich Aufgaben, die in „Später“ stehen, durch einen Linkswisch nach „heute“ bewegen.
Kommen wir zum letzten Abschnitt. Wenn ihr was dahin bewegt, dann sind es Aufgaben, die ihr weder heute noch morgen erledigen wollt, sondern schon irgendwann mal, aber nicht recht bald. Ihr werdet dann gefragt, ob ihr die Aufgabe einfach löschen wollt; dann sind sie weg. Ob ihr sie dort stehen lassen wollt oder ob ihr in der iOS-Anwendung „Erinnerungen“ eine Erinnerung anlegen wollt? Ihr werdet dann gefragt nach einem Abschnitt in der iOS-App und einem Fälligkeitsdatum. Sock hilft euch zwar, diese Erinnerung abzulegen, aber sie wird weiter nichts mit dieser Erinnerung machen. Sie wird sie nicht verändern, sie wird sie nicht managen. Das bleibt an euch hängen. Wenn ihr in der iOS App die Erinnerung löscht, kriegt Sock das nicht mit. Wenn ihr das Fälligkeitsdatum verändert, kriegt Sock das nicht mit. Wenn ihr den Titel ändert, kriegt Sock das nicht mit oder sehr indirekt. Was ist mit „sehr indirekt“ gemeint? Wenn die App morgens startet (also Sock), dann geht sie durch die iOS-Ereignisse und übernimmt Aufgaben, die heute fällig sind, in den Heute-Bereich unserer eigenen Liste. Die tauchen dort auf und sind gekennzeichnet durch ein etwas ausgegrautes Symbol, damit wir wissen, woher dieser Eintrag kommt. Die beiden Apps unterhalten sich nicht wirklich miteinander; es ist einfach nur eine zusätzliche Erinnerung. Die kann schon erledigt worden sein; das würde Sock gar nicht mitbekommen.
Wenn ihr eine Aufgabe anklickt, seht ihr einen Dialog, in dem ihr zum Beispiel die Aufgabenbeschreibung ändern könnt. Ihr könnt dort auch Symbole für dringend oder wichtig oder „ich brauche dritte Personen, die mir helfen“, dazu nehmen oder wegnehmen. Wenn es sich um eine Aufgabe handelt, die aus der iOS-App „Erinnerungen“ importiert wurde, könnt ihr diese dort über einen Link erreichen und editieren. Ihr könnt auch die Verbindung zu dieser Aufgabe löschen, und ihr könnt die gesamte Aufgabe auch löschen, indem ihr auf den Papierkorb klickt, aber das habt ihr euch schon gedacht.
Wie kommen Aufgaben in die Liste, außer über eine direkte Eingabe?
Sock bietet drei Widgets, die ich benutzen kann, um Aufgaben in meiner Aufgabenliste anzulegen:
Es gibt ein Lockscreen-Widget, das mich zu einem Diktat führt. Ich kann dann eine Aufgabe diktieren und Sock versucht, die diktierte Aufgabe zu transkribieren und als Text in die Aufgabenliste zu übernehmen. Es gibt auch ein eher kleines Widget für den Home-Screen, das genau dasselbe macht. Es öffnet einfach die Möglichkeit, eine neue Aufgabe zu diktieren.
Ein großes Widget zeigt mir einfach die Aufgaben in meiner Heute-Liste, so dass ich nicht jedes Mal die App öffnen muss, um zu sehen, was als nächstes anliegt.
In der App selbst gibt es ganz oben rechts ein Symbol. Das sieht aus wie ein Eingangsfach. Wenn wir dort klicken, haben wir die Möglichkeit, mehrzeiligen Text einzugeben, wobei jede Zeile eine neue Aufgabe ist. Man kann auch per Copy und Paste aus anderen Apps dort mehrere unformatierte Textzeilen eingeben, die dann zu Aufgaben werden.
Ich kann hier aber auch über das Kamera-Symbol ein Foto schießen und Sock probiert dann den Text auf dem Foto zu erkennen und als Aufgaben einzufügen, oder ich kann ein schon vorhandenes Foto laden. Sock versucht dann ebenfalls die Aufgaben auszulesen und in der Aufgabenliste zu speichern.
Ausserdem ist Sock in vielen anderen Apps als Ziel-App gelistet, wenn ich unformatierten Text oder Bilder mit Sock teilen will. Zum Thema Bilder kommen wir noch. Wenn ihr also unformatierten Text zum Beispiel aus einer anderen Notizdatei über das Teilen- oder Share-Menü teilt, könnt ihr dort Sock auswählen, und die Texte, die ihr dort eingegeben habt, erscheinen als neue Aufgabe im Heute-Abschnitt.
Umgekehrt kann Sock die Aufgaben mit anderen Apps teilen. Dazu klickt ihr den Teilen-Knopf ganz oben links in der App. Ihr werdet dann gefragt, welche Abschnitte ihr teilen wollt. Default sind alle vier Abschnitte auf aktiv, also grün markiert. Ihr könnt aber auch einzelne Abschnitte aktivieren oder deaktivieren und so nur die Aufgaben mit anderen Apps teilen, die dort auch tatsächlich erscheinen sollen.
Kommen wir zu Bildern. Jetzt fragt man sich vielleicht, was haben Bilder eigentlich in einer Aufgabenliste zu tun? Wir wollen ja jetzt nicht ein Konkurrenzprodukt zu Lightroom oder ähnliches etablieren. Es geht gar nicht um die Bilder. Es geht um folgende Situationen:
Ich bin zum Beispiel mit Leuten unterwegs und ich sehe in einem Schaufenster oder sonst irgendwo etwas, an das ich mich später erinnern will. Anstatt jetzt stehen zu bleiben, die App zu öffnen und Text einzugeben, schliesse ich schnell ein Foto. Das kann ich hinterher per Teilen oder auch über die Zwischenablage, per Copy und Paste, in Sock in die Aufgabenliste transferieren. Dort versucht Sock, den Text der ersten paar Buchstaben oder Zeilen zu erkennen. Ihr könnt das später editieren und somit habt ihr eine visuelle Erinnerung an das, was ihr nicht vergessen wolltet.
Mit einem einfachen Tipp auf eine Aufgabe seht ihr einen Dialog, bei dem ihr nicht nur den Aufgabentitel ändern könnt, sondern auch das Bild in größerer Version seht. Da kann man dann vielleicht mehr erkennen. Ihr könnt dieses Build aber auch löschen, wenn ihr das Gefühl hat, die vielen Bilder sorgen nur für Unordnung am Bildschirm, und der Text, den ich möglicherweise korrigiert habe, reicht mir eigentlich schon als Erinnerung. Macht damit, was ihr wollt.
Als ich das Feature mit den Bildern eingebaut habe, habe ich gedacht, das ist ein bisschen over the top, das braucht kein Mensch. Ich habe mich dann aber selbst dabei erwischt, dass ich es ausgesprochen oft benutze.
Manchmal sehe ich etwas, an das ich mich später erinnern will, zum Beispiel in einem YouTube-Video oder wenn ich mit dem ÖV unterwegs bin und etwas auf einem Werbeplakat sehe. Ich mache schnell ein Foto und kann es hinterher entweder über teilen oder über die Zwischenablage nach Sock importieren und werde es nie wieder vergessen.
Jetzt bleibt noch ein Symbol zu erklären. Das sieht ein bisschen aus wie eine Künstlerpalette und ist das zweite Symbol oben rechts. Wenn ihr da klickt, könnt ihr die Farben für Texte, Hintergrund und für Abschnittstrenner einstellen. Ihr könnt auch solche Farbschemata speichern, und zwar maximal zehn. Die Liste von den zehn Farbschemata ist bereits teilweise gefüllt. Ihr könnt dort Schemata, die euch nicht gefallen, einfach löschen, indem ihr nach links wischt. Ihr könnt eure eigenen beliebten Farbschemata dort ablegen.
Ihr werdet außerdem sehen, dass man an einer Stelle die Sprache der App einstellen kann. Außer Deutsch stehen Englisch, Französisch und Italienisch zur Verfügung. Außerdem gibt es die Möglichkeit, die App auf Berndütsch oder in etwas lockerem (man könnte auch sagen „prollig“) Deutsch zu benutzen, wenn euch das besser gefällt.
Sock ist übrigens komplett gratis, bis auf eine Ausnahme: Das Benutzen von Grafiken in der Aufgabenliste kostet ungefähr halb so viel wie ein Kaffee. Gönnt euch das! Ihr werdet es nicht bereuen.
Ansonsten werdet ihr hin und wieder die freundliche Bitte sehen, die App im App Store zu bewerten und/oder ein Trinkgeld im App Store zu hinterlassen. Ihr könnt das ignorieren. Es hat auf den Nutzen und auf die Funktionalität der App absolut keinen Einfluss. Es würde mir aber helfen.

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