Wilhelm ersetzt Bonanza

Wie hier beschrieben, habe ich mir ja vor einigen Jahren den Jugendwunsch eines quietsch-orangen Fahrrads erfüllt, und es konsequenterweise auch Bonanza-Fahrrad genannt.

Das Teil hat sich gut bewährt. Zwischen 1800 km und zuletzt nur noch 1000 km im Jahr bin ich damit gefahren. Tolle Bremsen (nachdem Ruth die billigen China-Teile der Originalausstattung gegen Shimano XT ausgetauscht hatte), und eine tolle stufenlose Nuvinci360 Nabe, die es erlaubt, mit konstanter Trittfrequenz von der Ampel weg bis auf ca. 35 km/h zu beschleunigen. Allerdings war, trotz Tuning des hinteren Ritzels, mehr als 35 km/h nur drin, wenn man mit 85 oder mehr U/min strampeln wollte. Die Stromer eBikes fliegen geradezu an einem vorbei.

Im Frühling habe ich es verkauft und gegen ein Schindelhauer Wilhelm ausgetauscht. „Wilhelm ersetzt Bonanza“ weiterlesen

Einkaufen im Oktober 2017

Früher war alles besser, oder ich werde alt, oder beides.

Früher ging man in einen Laden, wurde begrüsst und gefragt, was man sucht. Zum Beispiel eine Jacke, für den Übergang, in Blau, halblang. Dann wurde man zu einer Ecke des Ladens geführt, in dem Jacken, halblang, blau, nicht zu kalt und nicht zu warm, in allen Grössen hingen. Man suchte sich drei Modelle aus, zog die mal eben kurz über, entschied sich, ging zur Kasse und war nach 15 Minuten wieder raus aus dem Laden.

„Einkaufen im Oktober 2017“ weiterlesen

Erkner oder Wittenau?

Erkner oder Wittenau?

Für einen Berliner vermutlich keine Frage. Für jemanden, der nur gelegentlich oder gar zum ersten Mal in Berlin ist, sieht es da schon anders aus. Wie in den meisten Grossstädten, so werden auch in Berlin die S- und U-Bahn-Verbindungen nach ihren jeweiligen Endhaltestellen benannt. Selbst wenn ich weiss, welche Linie ich nehmen muss, weiss ich oft nicht, in welchen Zug ich denn nun einsteigen soll. Es wäre eine riesige Hilfe, wenn statt oder zusätzlich zu den Endhaltestellen noch die Himmelsrichtung angegeben würde. Denn ob ich nach Norden oder Süden will, weiss ich im Allgemeinen.

Rocket Garden, Huntsville, Alabama

Huntsville, Alabama. Bei den Älteren Lesern klingelt es vielleicht sofort in den Ohren. Bilder von Wernher von Braun, von Raketen, tauchen vor dem geistigen Auge auf. Richtig, hier steht die Wiege der US-amerikanischen Raketen-Entwicklung. Und hier betreibt die NASA ein Space Camp für Kinder und ein Museum, in dem man Raketen von der aus der deutschen Aggregat4 – von den Nazis auch V2 gennant – abgeleiteten Redstone bis zur Saturn V und einem Mock-Up des Space Shuttle anschauen kann. Wow. Und Hunstville lag auch noch fast genau auf unserer Route, die uns seit Santa Fe fast direkt nach Osten, Richtung Chattanooga, führen sollte. Da muss man nicht lange überlegen. Zumal direkt am Museum ein RV Campground liegt, der auch noch ein paar freie Stellplätze im Angebot hatte. Super.

„Rocket Garden, Huntsville, Alabama“ weiterlesen

Santa Fe

Mal was anderes als Canyons, Wüste, rote Felsen! Ein RV Park in Santa Fee gefunden, dann mit dem Bus in den Historical District. Häuser und Kirchen im Adobe Stil, viele Kunstgalerien und Kunstgewerbe-Shops, wenige Restaurants, aber dabei das ein-oder andere Rooftop-Restaurant mit schönem Blick von den Dächern auf andere Dächer und auf die Strassen. Sehenswert!

„Santa Fe“ weiterlesen

USA coast to coast 2017: Und sonst noch?

Ich sitze gerade in einem Café und schreibe an meinem Blog, und dabei frieren mir fast die Hände ab. Draussen scheint die Sonne, und es ist angenehm warm. Hier drin, wie fast überall in den USA, ist es „dank“ der Klimaanlage a***kalt. Nicht 25°. Nicht 22°. Nicht 18°. Sondern a***kalt. Irgendwie fehlt hier oft ein gesundes Mittelmass, nicht nur bei der Temperatur.

Die Leute sind, wie von den USA gewohnt, sehr nett, aufgeschlossen, neugierig. Wir werden oft angesprochen. „Whe’re you from?“ ist eine Standardfrage. Die Antwort ruft meistens ein „Da war ich schon“ oder „Mein Grossvater ist von da“ oder „Da will ich unbedingt mal hin“ oder irgendwas in der Art hervor. Jeder will helfen, oder wenigstens etwas Small Talk betreiben und nett sein. Davon könnten wir uns ruhig etwas abschneiden.

Unterwegs (c) Karsten Seiferlin
Warte, da kommt noch mehr

La Posada (Winslow, AZ)

Eine halbe Stunde östlich von Flagstaff, an der I-40, die hier auf der alten historischen Route 66 verläuft, und entlang der Santa Fee Bahnlinie, liegt Winslow. Ein Kaff, aber immerhin mit Gas Stations und Safeway und ein paar Restaurants und Bars. Und dem Hotel „La Posada“ (http://laposada.org/). Ursprünglich ab 1930 teil einer Gastronomie-Kette (Fred Harvey’s) entlang der Santa Fe Bahnlinie, bei der man den Reisenden überall denselben hohen Standard offerierte, dann (1957) aufgegeben, verlassen und verfallen, und später von Mary Colter gekauft, renoviert und sehr geschmackvoll ausgestattet, dann übernommen von Allan Affelt und seiner Frau, der Malerin Tina Mion. Die Gästeliste des ursprünglichen Hotels enthält Namen wie Amelia Earhart, Albert Einsteiln, John Wayne, Franklin D. Roosevelt, Gary Cooper, Charles Lindbergh, James Stewart, Lauren Hutton und viele andere mehr. Schade, dass sie heute nicht mehr durch die Lobby schlendern – man könnte sich das ein oder andere amüsante Gespräch vorstellen.

La Posada (Winslow, AZ) (c) Karsten Seiferlin
Warte, da kommt noch mehr