Es wird Dunkel: Sonnenfinsternis 2017

Diamantring mit Protuberanzen. Ausschnittsvergrösserung aus einem Foto mit einem 200 mm Objektiv an einer Fuji X-T10 (c) Ruth Ziethe.

Nachdem wir einen perfekten Platz gefunden hatten, alles aufgebaut war und der Himmel perfekte Bedingungen bot, konnten wir in Ruhe zusehen, wie sich die Show entwickelte. Erster Kontakt, tolle Sonneflecken im Teleskop, immer fahler werdendes Licht, flirrende Schatten, und dann überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst wird es von Westen her rasant dunkler. Man beachte die beiden fast gleich ausehenden Fotos, vor Allem den Hügel rechts von der Mitte, der auf dem ersten Bild noch in der Sonne liegt und auf dem Zweiten bereits im Schatten. Dazwischen liegt maximal eine Sekunde (Aufnahmen im Serienbildmodus der Camera geschossen).

Der Mondschatten rast heran. Man beachte den Berg rechts der Bildmitte und vergleiche mit dem nächsten Bild.
Der Mondschatten rast heran. Man beachte den Berg rechts der Bildmitte und vergleiche mit dem vorherigen Bild.
Dann die letzten Strahlen, der „Diamantring“, und dann ist es dunkel. Rundum Dämmerung, aber bei uns ist es kühl, fast kalt, und dunkel. Venus taucht wieder auf, und an der Stelle, wo eben noch die Sonne stand, ist jetzt ein tiefschwarzes Loch. Krass. Unbeschreiblich. Ganz und gar überwältigend. Nicht zu beschreiben und durch kein Foto der Welt zu illustrieren.  Man sieht eine erstaunlich weit ausgedehnte und vor allem auch mit Details versehene Corona, und sogar mit blossem Auge an zwei Stellen Protuberanzen, die sich als hell-pink-farbene diffuse Flecken in der Corona am Mondrand (oder Sonnenrand?) zeigen.
Ohne Worte. Sprachlos.
Ausrüstung.

Unfassbar. Unbeschreibbar. Perfekt. Überwältigend.

Nach gut zwei Minuten ist der Spuk vorbei. Irre, wie schnell manchmal zwei Minuten vergehen. Jetzt läuft die Sequenz rückwärts: der Mondschatten fliegt nach Osten, bringt zuerst uns und dann nach und nach das Gelände und zum Schluss die Berge im Osten aus dem Schatten zurück ins Licht.

Beim Packen und Vorbereiten der Abreise: „Wann ist die Nächste?“ Bald. „Wo ist die Nächste?“ Egal. „Wann buchen wir?“ Bald.

Ich muss an die Leute denken, mit denen wir weiter im Norden gesprochen haben. „Wir haben auch 97%. 98%. 99%. Das reicht uns, ist ja fast 100%“. Leute, ihr habt keine Ahnung. Dies ist ein Ganz-oder-gar-nicht-Ding. 98% ist Null. 100% ist Alles.

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