Plaudi, Claude und die Plaudertasche: ein Review des Plaud Note

TL;DR

Zusammenfassung (Deutsch, erstellt am 2026-06-22)

  • Rezension zum Plaud Note, nicht zum Note Pro. Preisunterschied bei Digitec Galaxus groß, anderswo teils marginal. Bei marginalem Unterschied klare Tendenz zum Note Pro wegen Display, Apple Find My und Optik.
  • Plaud Note überzeugt haptisch und optisch. Gerät erfüllt Erwartungen. Kaufempfehlung: klares Ja.
  • Hauptkritik: Software. Transkription und Stil-Umsetzungen sind stark, Community bietet sehr viele Stile (Vorlagen). Erstellung eigener Vorlagen ist unklar: Button vorhanden, aber keine Syntax-Dokumentation. Vorlagen sind A.I. Prompts in natürlicher Sprache; ausführliche Prompts liefern bessere Ergebnisse.
  • Speicherort eigener Vorlagen zunächst unklar; versehentliche Mehrfacherstellung. Löschen redundanter Vorlagen offenbar nicht möglich. Vorlagenverwaltung und Autoflow sind nicht intuitiv und schwer auffindbar. UI braucht Überarbeitung für Anfängerfreundlichkeit.
  • Integration via MCP: Claude kann auf Plaud-Aufnahmen zugreifen und deren Transkriptionen weiterverarbeiten. Automatische Suche nach nicht transkribierten Aufnahmen, Schonung des 300-Freiminuten-Budgets, Offline-Transkription mit Claude möglich. 1:1-Transkription mit Vorlagen frei in Claude programmierbar; unterschiedliche Vorlagen pro Dateityp.
  • Kombination aus Plaud und Claude Cowork hebt Workflow auf neues Niveau. Viele Funktionen lieber über Claude statt über Plaud Software.
  • Preis von ca. 100 Franken für das Plaud Gerät ist gut angelegt für private und berufliche Aufnahmen. Fazit vom 2026-06-22: Kaufen.

Ausführlicher Test:

1:1 Transkription, mit Plaud erstellt:

Meine Rezension zum Plaud. Ich denke, man spricht das Plohd aus. Plaud Note, nicht zum Note Pro, sondern zum Note. Bei Digitec Galaxus ist der Preisunterschied zwischen den beiden Modellen erstaunlich groß. Im Netz findet man andere Angaben, wo der Preisunterschied marginal ist. Wenn der Preisunterschied marginal ist, würde ich wahrscheinlich zum Note Pro tendieren. Nicht nur wegen des Displays, sondern auch weil es Apple Find My unterstützt und mindestens genauso sexy aussieht.

Aber das Plaud Note, für das ich mich entschieden habe, sieht toll aus. Es fühlt sich toll an, es sieht genauso aus oder vielleicht noch besser als auf den Abbildungen. Es ist ein Gerät, das man wirklich gerne in die Hand nimmt und das ansonsten tut, was man von ihm erwartet. Wenn ich also eine kurze Antwort geben soll: Soll ich mir so ein Gerät kaufen? Ist meine Antwort ein klares Ja. Schaut man etwas genauer hin, leidet das Plaud vor allen Dingen unter der Software.

Die ist zwar sehr mächtig, die Transkriptionen klappen hervorragend und auch die Umsetzungen durch Vorlagen oder Templates. Und zwar gibt es fast unüberschaubar viele Vorlagen, wie mit den transkribierten Worten umzugehen ist, die aus der Community kommen. Jeder kann solche Vorlagen erstellen. Es ist nicht offensichtlich, wie man das macht. Es gibt zwar einen Button dafür (unter Community Templates), aber es gibt keine Beschreibung, in welcher Syntax das zu verfassen ist.

Ein Websearch mittels KI macht einen dann schlauer. Es sind im Prinzip Prompts, A.I. Prompts, das heißt, man schreibt in natürlicher Sprache rein, was man von einer Vorlage erwartet, durchaus relativ ausführlich. Je ausführlicher, desto genauer bekommt man das, was man eigentlich erwartet hat. Jetzt ist es so, dass ich die Vorlagen, die ich erstelle, zunächst nur für mich selbst erstellen kann. Die sehe ich aber zunächst noch nicht in der Community Templates und in der Software, die Plaud selbst ausliefert, sehe ich sie zunächst mal überhaupt nirgendwo, bis ich feststelle, dass die an einem ganz anderen Ort gespeichert sind.

Bei meinem ersten Versuch, so eine Vorlage zu erstellen, habe ich dann gleich viermal mehr oder weniger die gleiche Vorlage erstellt, einfach weil ich nicht gesehen habe, wo sie gespeichert werden. Als ich sie gefunden habe, habe ich versucht, die redundanten drei, die ja identisch zur letzten waren, zu löschen. Die Option, Vorlagen zu löschen, habe ich nicht gefunden, die scheint es nicht zu geben. Das heißt also, dass die Art und Weise, wie die Software Vorlagen verwaltet, vorsichtig ausgedrückt, stark verbesserungsbedürftig ist.

Da muss man noch mal ran, das kann so nicht bleiben. Allein schon weil Plaud dadurch sehr viel der Funktionen, die eingebaut sind und eigentlich funktionieren könnten, verschenkt und wenig zugänglich macht. Das Gleiche gilt für so eine Art Autoflow, dass Plaud selbst entscheidet, welche Vorlagen wann zu welcher Transkription eingesetzt werden. Auch da ist die Verwaltung alles andere als intuitiv und kaum irgendwo zu finden.

Da müsste man auch noch mal ran, da müsste jemand ran, der was von User Interfaces versteht und der mit der Software nicht besonders vertraut ist. Weil man nur dann in der Lage ist, ein User Interface zu bauen, das auch für Anfänger und für Neulinge des Produkts zugänglich und durchschaubar ist. Sprich, mit der Software von Plaud bin ich überhaupt nicht zufrieden, finde ich sehr enttäuschend, und sie bleibt weit unter dem, was das Gerät und das System eigentlich kann. Der dritte Abschnitt meiner Rezension, da geht es um Claude.

Jetzt habe ich Claude gesagt, also die A.I., das A.I. Produkt Claude, und damit ich die beiden nicht verwechsle, habe ich mich entschlossen, Plaud Plaudi zu nennen. Plaudi von Plaudern, und das Täschchen, in dem es steckt, ist folglich eine Plaudertasche. Das heisst also, wenn ich Plaudi sage, weiss ich, ich meine dieses kleine kreditkartengrosse Diktiergerät, wenn man denn so will. Und wenn ich Claude sage, meine ich Claude, also das Artificial Intelligent System.

Zwischen Claude und Plaudi gibt es ein MCP, das ich mithilfe von Claude installiert habe. MCP bedeutet, dass die beiden miteinander reden, miteinander arbeiten, und Claude kann so auf die Aufnahmen, die bei Plaudi hinterlegt sind, zugreifen, und das eröffnet praktisch das gesamte Universum von Claude Befehlen und von Claudes Mächtigkeit, um Plaudis Transkriptionen weiterzuverarbeiten.

Zum Beispiel kann ich automatisch nach Aufnahmen suchen, die noch nicht transkribiert sind und somit auch nicht gegen das monatliche Budget von 300 Freiminuten aufgerechnet werden. Ich kann die Transkription dann offline von Claude erledigen lassen. Auch das Umsetzen einer 1 zu 1 Transkription mit einer Vorlage muss ich nicht bei Plaud in der Software erledigen, zumal das etwas sperrig ist, sondern ich kann es bei Claude frei programmieren.

Ich kann für verschiedene Arten von Dateien verschiedene Vorlagen verwenden. Ich habe eigentlich die volle Mächtigkeit, die mir Claude Cowork zur Verfügung stellt. Es ist gut, beides zu haben. Es ist ein Miteinander und kein Entweder-Oder. Aber ich bin froh, dass ich die Möglichkeit habe, eben sehr viele Funktionen durch Claude und nicht durch Plaud Software selbst durchführen zu lassen. Das Ganze bringt das System und den ganzen Workflow noch mal auf ein neues Level, auf ein neues Niveau.

Die etwa 100 Franken für das Plaud Note sind also mehr als gut angelegt, wenn man auch nur gelegentlich Texte aufnimmt, sei es im privaten Bereich, zum Beispiel für Blogartikel oder für E-Mails, oder sei es im beruflichen Kontext. Also, mein Fazit: Kaufen.

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